Wenn Belastung Stabilität fordert: Resilienz im Gesundheitswesen

Arbeitsbelastung und Führungsqualität im Fokus der Forschung
Kliniken, Reha-Zentren und Pflegeeinrichtungen stehen unter hohem strukturellem und personellem Druck. Steigende Dokumentationsanforderungen, Fachkräftemangel, Schichtsysteme und wirtschaftliche Rahmenbedingungen prägen den Arbeitsalltag vieler Einrichtungen. Gleichzeitig hängt die Versorgungsqualität maßgeblich von stabilen Teams, funktionierender Kommunikation und resilienten Mitarbeitenden ab.
Vor diesem Hintergrund untersucht das AWiM-Institut für Arbeits- und Wirtschaftspsychologie die Zusammenhänge zwischen Arbeitsbelastung, Führungsverhalten und organisationaler Resilienz im Gesundheitswesen.
Warum Resilienz mehr ist als individuelle Belastbarkeit
Resilienz wird häufig als individuelle Fähigkeit verstanden. In Organisationen entsteht sie jedoch durch strukturelle Bedingungen: Führungsverhalten, Teamkultur, psychologische Sicherheit und wahrgenommene Unterstützung beeinflussen maßgeblich, wie Mitarbeitende mit Belastungen umgehen.
Gerade im klinischen Kontext wirken sich Belastungsspitzen nicht nur auf Mitarbeitende selbst, sondern auch auf Versorgungsqualität, Fehleranfälligkeit und langfristige Bindung aus.
Zielsetzung des Transferprojekts
Das Transferprojekt untersucht, welche organisationalen Faktoren Resilienz stärken und welche Konstellationen mit erhöhten Belastungs- und Fluktuationsrisiken verbunden sind.
Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über die Wechselwirkungen zwischen Arbeitsbedingungen, Führung und wahrgenommener Versorgungsqualität zu gewinnen. Gleichzeitig erhalten teilnehmende Einrichtungen eine strukturierte Analyse ihrer eigenen Ausgangssituation.
Verbindung von Forschung und Versorgungsrealität
Die Erhebung erfolgt standardisiert über ein validiertes Befragungssystem, das eine datenschutzkonforme Durchführung ermöglicht. Die Ergebnisse werden in Form eines einrichtungsbezogenen Berichts mit Vergleichswerten aufbereitet.
Damit entsteht eine fundierte Grundlage für interne Qualitäts- und Entwicklungsprozesse.
Strukturierter Ablauf
Nach einer Abstimmungsphase erfolgt die standardisierte Mitarbeitererhebung sowie eine ergänzende Leitungsperspektive. Die Durchführung erfordert keine technische Integration in bestehende Systeme.
Die Auswertung erfolgt zentral durch das Institut; teilnehmende Einrichtungen erhalten eine zusammenfassende Managementdarstellung der Ergebnisse.
Wissenschaftliche Auswertung und Datenschutz
Die Datenerhebung erfolgt anonymisiert und unter strikter Beachtung der geltenden Datenschutzbestimmungen. Rückschlüsse auf einzelne Personen sind ausgeschlossen.
Die wissenschaftliche Auswertung erfolgt ausschließlich in aggregierter Form.
Mehrwert für Einrichtungen und Forschung
Das Projekt verbindet wissenschaftliche Erkenntnisgewinnung mit praktischer Anwendbarkeit. Einrichtungen erhalten eine fundierte Analyse ihrer Belastungs- und Resilienzstruktur sowie Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung von Führung, Teamkultur und Arbeitgeberattraktivität.
Zugleich leistet das Projekt einen Beitrag zur Erforschung organisationaler Stabilität im Gesundheitswesen.
Teilnahme und Kontakt
Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme oder weiteren Informationen zur Forschungskooperation haben, wenden Sie sich gerne an das AWiM-Institut:
🔗 Mehr zur eingesetzten Erhebungsplattform: www.kiwimo.com