Schafft Risikokultur Stabilität? Veränderungsfähigkeit in Regionalbanken

Risikokultur und Veränderungsfähigkeit im Fokus der Forschung
Regionalbanken und Finanzdienstleister stehen vor tiefgreifenden strukturellen Veränderungen. Regulatorische Anforderungen, Digitalisierung, Konsolidierungsprozesse und der Wandel von Filialstrukturen prägen die strategische Ausrichtung vieler Institute. Gleichzeitig gewinnen kulturelle Faktoren zunehmend an Bedeutung: Führung, Kommunikation, psychologische Sicherheit und Mitarbeiterbindung beeinflussen maßgeblich, wie stabil und steuerungsfähig Organisationen unter Transformationsdruck bleiben.
Vor diesem Hintergrund widmet sich das AWiM-Institut für Arbeits- und Wirtschaftspsychologie der Frage, wie organisationspsychologische Faktoren die Risikokultur und Veränderungsfähigkeit von Regionalbanken beeinflussen.
Warum Risikokultur mehr ist als Compliance
Risikokultur wird häufig primär im regulatorischen Kontext betrachtet. Doch neben formalen Regelwerken und Governance-Strukturen spielen informelle Faktoren eine zentrale Rolle: Wie offen werden Risiken angesprochen? Wie sicher fühlen sich Mitarbeitende, kritische Sachverhalte zu kommunizieren? Wie wird Verantwortung wahrgenommen und getragen?
Gerade in Phasen struktureller Anpassung entscheidet die gelebte Kultur darüber, ob Veränderungsprozesse stabil umgesetzt werden oder Reibungsverluste entstehen. Gleichzeitig wirken sich Unsicherheiten und Transformationsdruck auf Mitarbeiterbindung, Motivation und Fluktuationsdynamiken aus.
Zielsetzung des Transferprojekts
Das Transferprojekt untersucht, wie psychologische Sicherheit, Führungsverhalten und interne Kommunikationsstrukturen die Risikokultur und Veränderungsfähigkeit in Regionalbanken beeinflussen.
Ziel ist es, belastbare wissenschaftliche Erkenntnisse darüber zu gewinnen, welche Faktoren als Frühindikatoren für Umsetzungsrisiken, kulturelle Instabilität oder erhöhte Fluktuationsneigung dienen können. Gleichzeitig erhalten teilnehmende Institute eine strukturierte Einordnung ihrer eigenen Ausgangssituation im Vergleich zu strukturell ähnlichen Häusern.
Verbindung von Forschung und organisationaler Praxis
Ein zentrales Merkmal des Projekts ist die Verbindung von wissenschaftlicher Analyse und praktischer Anwendbarkeit. Die Erhebung erfolgt standardisiert über ein validiertes Befragungssystem, das eine datenschutzkonforme Durchführung sowie eine vergleichende Auswertung ermöglicht.
Die Ergebnisse werden in Form eines institutsbezogenen Berichts mit Branchenbenchmark aufbereitet. Dadurch entsteht eine fundierte Entscheidungsgrundlage für strategische Diskussionen auf Vorstands- und Führungsebene.
Strukturierter Ablauf mit klar definiertem Rahmen
Der Ablauf des Projekts ist methodisch klar strukturiert. Nach einer Abstimmungsphase erfolgt die standardisierte Mitarbeitererhebung sowie eine ergänzende Managementbefragung.
Die Durchführung erfordert keine Integration in bestehende IT-Systeme. Die Auswertung erfolgt zentral durch das Institut. Teilnehmende Häuser erhalten eine zusammenfassende Managementdarstellung der Ergebnisse sowie eine Einordnung im Branchenvergleich.
Wissenschaftliche Auswertung und Datenschutz
Die Datenerhebung erfolgt anonymisiert und unter strikter Beachtung der geltenden Datenschutzbestimmungen. Rückschlüsse auf einzelne Personen sind nicht möglich.
Die wissenschaftliche Auswertung erfolgt ausschließlich in aggregierter Form. Der Schutz sensibler Organisations- und Personendaten hat dabei höchste Priorität.
Mehrwert für Institute und Forschung
Das Projekt verfolgt bewusst einen doppelten Ansatz. Einerseits entstehen neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Rolle organisationspsychologischer Faktoren in regulierten Finanzorganisationen. Andererseits erhalten teilnehmende Institute eine fundierte Analyse ihrer Risikokultur und Veränderungsfähigkeit.
Die standardisierte Durchführung schafft zugleich die Grundlage für eine kontinuierliche Verlaufsmessung über mehrere Erhebungszeitpunkte hinweg. Damit wird es möglich, Entwicklungen systematisch zu beobachten und strategische Maßnahmen evidenzbasiert zu begleiten.
Teilnahme und Kontakt
Institute mit mindestens 150 Mitarbeitenden können im Rahmen der Forschungskooperation berücksichtigt werden.
Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme oder an weiteren Informationen zur Transferstudie haben, wenden Sie sich gerne an das AWiM-Institut:
🔗 Mehr zur eingesetzten Erhebungsplattform: www.kiwimo.com